WISSENSWERTES ÜBER SCHNARCHEN & SCHLAFAPNOE

WAS HILFT GEGEN SCHNARCHEN?

 

Da Schnarchen viele Ursachen haben kann, gibt es nicht das eine Allheilmittel. Vielmehr muss überprüft werden, wodurch das Schnarchen bei einem persönlich bedingt ist. Es gibt aber eine Reihe von Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Risiko zu schnarchen zu verringern.

 

1. Übergewicht reduzieren: Übergewicht führt dazu, dass sich Fett im Rachenbereich ablagert und die Atemwege verengt werden. Eine gesunde Ernährung und Sport können helfen dem entgegen zu wirken.
2. Verzicht auf Genussmittel: Alkohol und Schlafabletten lassen die Muskulatur erschlaffen und sollten deshalb nicht mehr zu später Stunde konsumiert werden. Durch Zigaretten kommt zudem es zu einer Reizung der Schleimhäute, die infolgedessen anschwellen und den Atemweg verengen. Auf Rauchen sollte deshalb vor dem Schlafen gehen verzichtet werden.
3. Für einen ruhigen, erholsamen Schlaf sorgen: Ausreichender Schlaf ist sehr wichtig. Lüften Sie daher vor dem Schlafen gehen ausgiebig und sorgen Sie dafür, dass es angemessen kühl in ihrem Schlafzimmer ist. Achten Sie zudem auf einen geregelten Schlafrythmus und zerbrechen Sie sich während der Nacht nicht über Alltagsstress den Kopf. Auch schweres Essen im Magen kann einen unruhigen Schlaf verursachen.
4. Für eine befreite Nasenatmung sorgen: Wer in der Nacht nicht gut durch die Nase atmen kann, wechselt automatisch zur Mundatmung über. Ist die verstopfte Nase durch eine Erkältung oder Allergien bedingt, helfen Nasensprays. Auf Dauer kann dies aber zu einer Reizung der Nasenschleimhäute führen. Eine schonende Alternative sind Nasenspreizer. Sie spreizen die Nasenflügel und sorgen so für eine verbesserte Nasenatmung. Nasenspreizer können auch Abhilfe bei einer schiefen Nasescheidewand leisten.
5. Rückenlage verhindern: Der Schlaf in Rückenlage begünstigt, dass Unterkiefer und Zunge in den Rachenraum zurückfallen können und es zu einer Verengung der Atemwege kommt. Versuchen sie deshalb auf der Seite oder auf dem Bauch zu schlafen. Sogenannte Rückenlageverhinderer wirken unterstützend und regen zum Schlaf in der Seitenlage an. Sie rufen eine Art Trainingseffekt hervor, sodass diese Hilfsmittel nach einigen Wochen nicht mehr regelmäßig angewendet werden müssen.
6. Anti-Schnarch-Schienen: Unterkieferprotrusionsschienen sorgen für eine Vorverlagerung von Unterkiefer und Zunge und damit für eine Öffnung der Atemwege. Hier kann zwischen zwei Arten unterschieden werden: individuell angepassten Schienen von Zahnärzten und vorgefertigten Schienen aus thermoplastischem Material, welches beim Erhitzen im kochenden Wasserbad weich wird und sich bei der Anpassung im Mund entsprechend der individuellen Zahn- und Kieferformation formen.
7. CPAP-Therapie: Die CPAP-Maske sollte vor allem bei schwerer obstruktiver Schlafapnoe verwendet werden. Die Abkürzung steht für „Continuous Positive Airway Pressure“. Der Patient wird hierbei einer Überdruckatmung ausgesetzt, der verhindert, dass es zu einem Kollaps der oberen Atemwege kommt.

FOLGEN VON SCHLAFAPNOE

 

Wenn eine obstruktive Schlafapnoe nicht behandelt wird, kann dies eine Reihe ernsthafter Auswirkungen nach sich ziehen, die die Lebensqualität einschränken und die Lebensdauer verkürzen. Nachstehend haben wir Ihnen mögliche Folgen einmal zusammengetragen.

 

1. Auswirkungen auf das Herz-/Kreislaufsystem: Besonders schwerwiegend können die Auswirkungen auf Herz, Kreislauf und Gehirn sein, da die nächtlichen Atemaussetzer zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führen. Infolgedessen nimmt die Herzschlagfrequenz zu, um eine Minderversorgung an Sauerstoff zu ermöglichen. Das Risiko von Durchblutungsschwierigkeiten wird erhöht, da sich der Herzmuskel in ständiger Anstrengung befindet. Schlafapnoe führt deshalb häufig zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen sowie zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko. Zudem steigt mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls und im Schlaf einen plötzlichen Herztod zu erleiden.
2. Erhöhtes Diabetes-Risiko: Die genauen Zusammenhänge zwischen einer obstruktiven Schlafapnoe und Diabetes mellitus Typ 2, werden zurzeit noch erforscht. Es ist jedoch bekannt, dass der Atemstillstand und die dadurch ausgelösten Weckreaktionen enorme Stressreaktionen im Körper hervorrufen. Infolgedessen reagiert der Körper mit einer erhöhten Ausschüttung an Stresshormonen. Diese Hormone sorgen für eine Erhöhung des Blutdrucks, gleichzeitig wird die körpereigene Insulinproduktion gehemmt. Durch diese permanente Belastung des Körpers, kommt es zu einem dauerhaften Anstieg des Blutzuckerspiegels.
3. Sodbrennen: Schnarcher und vor allem Menschen mit Schlafapnoe leiden in der Nacht häufig auch an Sodbrennen. Hervorgerufen durch die verengten Atemwege, entsteht beim Einatmen eine Art Unterdruck. Dieser sorgt dafür, dass Magensäure durch die Speiseröhre nach oben aufsteigt und mit den Schleimhäuten in Berührung gerät. Da diese im Gegensatz zur Magenschleimhaut keine Schutzfunktion aufweist, entsteht der typische sehr unangenehme, brennende Schmerz in der Brust.
4. Verringerte Potenz und sexuelle Unlust: Betroffene klagen häufig auch über Libidoverlust. Die sexuelle Unlust tritt dabei sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf. Bei Männern kann die mangelnde Sauerstoffzufuhr verstärkt zu Potenzproblemen führen.
5. Erhöhte Unfallgefahr: Nächtliche Atemaussetzer wirken sich jedoch nicht nur negativ auf die Gesundheit aus. So sind Menschen mit Schlafapnoesyndrom auch einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt, da sie aufgrund ihres unruhigen Schlafs nicht genügend Nachtruhe bekommen und tagsüber übermüdet sind. Diese permanente Müdigkeit führt zu Konzentrationsschwierigkeiten und erhöht das Risiko eines Sekundenschlafes, was gerade im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann.

DIAGNOSTIK

 

Um herauszufinden, ob Sie lediglich unter habituellem Schnarchen leiden oder aber an einer obstruktiven Schlafapnoe, haben wir Ihnen mögliche diagnostische Maßnahmen zusammengetragen.

 

Der erste Schritt ist ein Anamnesegespräch durch ihren HNO-Arzt. Durch eine ausführliche Befragung und Untersuchung können Auffälligkeiten im Nasen- und Rachenbereich festgestellt sowie Schlafgewohnheiten und sonstige beeinflussende Faktoren, wie Übergewicht oder Alkohol- und Zigarettenkonsum, erfragt werden. Hierzu kann es hilfreich sein, auch seinen Partner zu Rate zu ziehen. Standardisierte Fragebögen ermöglichen zusätzlich eine erste Einschätzung.
Im zweiten Schritt wird bei Bedarf eine ambulante Schlafaufzeichnung (auch Polygrafie genannt) empfohlen. Patienten erhalten ein mobiles Gerät, welches sie zu Hause selber vor dem Schlafen gehen anlegen können. Dieses Gerät zeichnet das Schlafverhalten und wichtige Körperaktivitäten während der Nacht auf. Atemaussetzer können so diagnostiziert werden.
Je nach Häufigkeit und Dauer der Atemaussetzer, bedarf es einer Polysomnographie im Schlaflabor. Hierbei handelt es sich um eine sehr umfassende Untersuchung des Schlafes. Betroffene verbringen ein bis zwei Nächte in einem Schlaflabor und werden dort permanent durch Fachpersonal überwacht. Jegliche Auffälligkeiten, z.B. im Bereich der Gehirnaktivitäten oder der Herzfrequenz, werden aufgezeichnet und anschließend analysiert.