WISSENSWERTES ÜBER SCHNARCHEN & SCHLAFAPNOE

Diagnostik, Folgen und Therapieoptionen bei Schnarchen & obstruktiver Schlafapnoe

DIAGNOSTIK

 

Um herauszufinden, ob Sie nicht nur unter habituellem Schnarchen leiden, sondern darüber hinaus eine obstruktive Schlafapnoe vorliegt, gibt es unterschiedliche diagnostische Maßnahmen.

 

Der erste Schritt ist ein Anamnesegespräch, das Sie mit Ihrem Arzt (z.B. Hals-Nasen-Ohrenarzt) führen. Während einer ausführlichen Befragung und Untersuchung werden Auffälligkeiten im Nasen- und Rachenbereich festgestellt sowie Schlafgewohnheiten und sonstige beeinflussende Faktoren, wie Übergewicht oder Alkohol- und Zigarettenkonsum, erfragt. Hier kann es hilfreich sein, auch den Partner in das Gespräch mit einzubeziehen. Standardisierte Fragebögen ermöglichen zusätzlich eine erste Einschätzung.

 

Im zweiten Schritt wird bei Bedarf eine ambulante Schlafaufzeichnung (auch Polygrafie genannt) empfohlen. Patienten erhalten ein mobiles Gerät, das sie zu Hause vor dem Schlafengehen anlegen. Dieses Gerät zeichnet das Schlafverhalten und wichtige Körperaktivitäten während der Nacht auf. Atemaussetzer können so diagnostiziert werden.

 

Je nach Häufigkeit und Dauer der Atemaussetzer bedarf es einer Polysomnographie im Schlaflabor. Hierbei handelt es sich um eine sehr umfassende Untersuchung des Schlafs. Betroffene verbringen ein bis zwei Nächte in einem Schlaflabor und werden dort durch Fachpersonal überwacht. Jegliche Auffälligkeiten, z.B. im Bereich der Gehirnaktivitäten oder der Herzfrequenz, werden aufgezeichnet und anschließend analysiert.

FOLGEN VON SCHLAFAPNOE

 

Wenn eine obstruktive Schlafapnoe nicht behandelt wird, kann dies eine Reihe ernsthafter Auswirkungen nach sich ziehen, die die Lebensqualität einschränken und die Lebensdauer verkürzen können. Nachstehend haben wir Ihnen mögliche Folgen zusammengetragen.

 

1. Auswirkungen auf das Herz-/Kreislaufsystem: Besonders schwerwiegend können die Auswirkungen auf Herz, Kreislauf und Gehirn sein, da die nächtlichen Atemaussetzer zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führen können. Infolgedessen nimmt die Herzschlagfrequenz zu, um einen Sauerstoffmangel auszugleichen. Das Risiko von Durchblutungsschwierigkeiten wird erhöht, da sich der Herzmuskel in ständiger Anstrengung befindet. Schlafapnoe führt deshalb häufig zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen sowie zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko. Zudem steigt mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls oder plötzlichen Herztods im Schlaf.

 

2. Erhöhtes Diabetes-Risiko: Die genauen Zusammenhänge zwischen einer obstruktiven Schlafapnoe und Diabetes mellitus Typ 2 werden zurzeit noch erforscht. Es ist jedoch bekannt, dass der Atemstillstand und die dadurch ausgelösten Weckreaktionen enorme Stressreaktionen im Körper hervorrufen können. Infolgedessen reagiert der Körper mit einer erhöhten Ausschüttung an Stresshormonen. Diese Hormone können den Blutdruck erhöhen und gleichzeitig die körpereigene Insulinproduktion hemmen. Durch diese permanente Belastung des Körpers kann es zu einem dauerhaften Anstieg des Blutzuckerspiegels kommen.

 

3. Sodbrennen: Schnarcher und vor allem Schlafapnoiker leiden in der Nacht häufig unter Sodbrennen. Hervorgerufen durch die verengten Atemwege, entsteht beim Einatmen eine Art Unterdruck. Dieser sorgt dafür, dass Magensäure durch die Speiseröhre nach oben aufsteigt und mit den Schleimhäuten in Berührung kommt. Da diese im Gegensatz zur Magenschleimhaut keine Schutzfunktion aufweisen, entsteht der unangenehme, brennende Schmerz in der Brust.

 

4. Verringerte Potenz und sexuelle Unlust: Betroffene klagen häufig auch über Libidoverlust. Die sexuelle Unlust tritt dabei sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf. Bei Männern kann die mangelnde Sauerstoffzufuhr verstärkt zu Potenzproblemen führen.

 

5. Erhöhte Unfallgefahr: Menschen mit einem Schlafapnoesyndrom sind einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt, da sie aufgrund ihres unruhigen Schlafs häufig nicht genügend Nachtruhe bekommen. Die Müdigkeit am Tag kann zu Konzentrationsschwierigkeiten führen und erhöht das Risiko eines Sekundenschlafs, was gerade im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann.

WAS HILFT BEI SCHNARCHEN?

 

Da Schnarchen viele Ursachen haben kann, gibt es nicht das eine Allheilmittel. Vielmehr muss überprüft werden, wodurch das Schnarchen bedingt ist. Es gibt jedoch eine Reihe von Maßnahmen, die ergriffen werden können, um Schnarchen zu verringern.

 

1. Übergewicht reduzieren: Übergewicht kann dazu führen, dass das Fett im Rachenbereich die Atemwege verengt. Eine gesunde Ernährung und Sport können helfen dem entgegenzuwirken.

 

2. Verzicht auf Genussmittel: Alkohol und Schlaftabletten lassen die Muskulatur erschlaffen. Durch Zigaretten kann es zudem zu einer Reizung der Schleimhäute kommen, die infolgedessen anschwellen und den Atemweg verengen können. Auf Rauchen sollte deshalb v.a. kurz vor dem Schlafengehen verzichtet werden.

 

3. Für einen ruhigen, erholsamen Schlaf sorgen: Ausreichender Schlaf ist sehr wichtig. Lüften Sie daher vor dem Schlafengehen ausgiebig und sorgen Sie dafür, dass es angemessen kühl in Ihrem Schlafzimmer ist. Achten Sie zudem auf einen geregelten Schlafrhythmus und zerbrechen Sie sich während der Nacht nicht über Alltagsstress den Kopf. Auch schweres Essen im Magen kann einen unruhigen Schlaf verursachen.

 

4. Für eine befreite Nasenatmung sorgen: Wer in der Nacht nicht gut durch die Nase atmen kann, wechselt häufig automatisch zur Mundatmung über. Ist die verstopfte Nase durch eine Erkältung oder Allergien bedingt, können abschwellende Nasensprays helfen. Eine Alternative hierzu sind Nasenspreizer. Sie weiten sanft die Nasenflügel und sorgen so für eine verbesserte Nasenatmung.

 

5. Rückenlage verhindern: Der Schlaf in Rückenlage begünstigt, dass Unterkiefer und Zunge in den Rachenraum zurückfallen können und es zu einer Verengung der oberen Atemwege kommt. Versuchen sie deshalb auf der Seite oder auf dem Bauch zu schlafen. Sogenannte Rückenlageverhinderer wirken unterstützend und regen zum Schlaf in der Seitenlage an. Sie rufen bei vielen Nutzern eine Art Trainingseffekt hervor, sodass diese Hilfsmittel nach einigen Wochen nicht mehr regelmäßig angewendet werden müssen.

 

6. Anti-Schnarch-Schienen: Unterkiefer-Protrusionsschienen sorgen für eine Vorverlagerung von Unterkiefer und Zunge und damit für eine Öffnung der oberen Atemwege. Hier kann zwischen zwei Arten unterschieden werden. Individuell angepasste Schienen werden im Dentallabor hergestellt, während vorgefertigte Schienen aus thermoplastischem Material bestehen, das beim Erhitzen im kochenden Wasserbad weich wird und sich bei der Anpassung im Mund entsprechend der Zähne formen lässt.

 

7. CPAP-Therapie: Die CPAP-Maske sollte vor allem bei schwerer obstruktiver Schlafapnoe verwendet werden. Die Abkürzung steht für „Continuous Positive Airway Pressure“. Der Patient wird hierbei einer Überdruckatmung ausgesetzt, die verhindert, dass es zu einem Kollaps der oberen Atemwege kommt.